Elevator Pitch: Eintrittskarte für Startup-Entertainer

Elevator Pitch: Eintrittskarte für Startup-Entertainer

Deine Karriere als Startup hängt an einem seidenen Faden – dem Elevator Pitch

Der Begriff Elevator Pitch („Aufzugspräsentation“) stammt aus dem Businessbereich. „Junge karriereorientierte Vertriebler [nutzen] die Dauer einer Aufzugsfahrt, um ihre Vorgesetzten von ihren Anliegen zu überzeugen“ (Wikipedia)

Übertragen wurde nun dieser Begriff auf Veranstaltungen für Investoren, die als erfolg-reiche Geschäftsleute naturgemäß wenig Zeit für uns arme Gründer mit unseren oft wunderlichen, krausen Ideen erübrigen können und daher eine Plattform benötigen, auf der sie möglichst schnell möglichst viele Startups ‚durchchecken‘ und auf ihre ‚Geldanlage-Attraktivität‘ hin beurteilen müssen.

Wirst du als Startup nun zu einem Elevator-Pitch geladen (Essen inklusive!), dann sollte du schon Entertainer-Qualitäten besitzen, bevor du dich auf die Bühne wagst: Denn es wird von dir verlangt, dass du ein – möglicherweise monate- oder jahrelang ausgetüfteltes Projekt in ca. 30 sec. bis max. 2-5 Minuten anschaulich vorzustellen vermagst. – „Klingeling – bitte kommen sie zum Ende!“

Doch keine Angst…

… wenn du auf der Bühne des Grauens versagst, wirst du trotzdem nicht geschlachtet – höchstens nicht mehr beachtet.

Und darauf solltest du dich als Startup auch gefaßt machen: Während die Investoren bzw. Ihre Vertreter sich krasse und denkbar langweilige Einleitungsreden von 20-60 Minuten gönnen, werden die Startups wie Vieh im 5-Minutentakt über die Bühne getrieben – selbstredend mit höchstem Anspruch an den einzelnen Pitch.

Ein 2-Minuten Vortrag: Dass hört sich einfacher an, als es ist… – also Vorsicht! Zwei Minuten sind schnell vorbei und damit auch deine Chance auf die harmonischen Partnerschaft mit einem Geldhai. Bei dem Pitch geht es nicht so sehr um das reale Projekt – das interessiert hier niemanden wirklich – als vielmehr um deine Fähigkeit, bei den Investoren die Vision eines geldsprudelnden Exits hervorzurufen. Dies geschieht durch ein möglichst bildhaftes, leicht verständliches, storytelling-mäßiges, vertriebsdramaturgisch perfekt eingeübtes Schauspiel – mit Beamer und Kurzvideo – wo erlaubt.  Manche Investorenclubs erlauben allerdings auch im 21. Jht. immer noch keine ‚technischen Hilfsmittel‘. Da heißt es dann Charakterstärke zu zeigen oder vorzugaukeln durch die Kraft deiner Stimme und Vertriebspersönlichkeit.

Will oder muß man sich als Startup diesem spannenden Procedere eines Elevator Pitch unterwerfen, dann heißt es zunächst, den wahren Vertriebler im Team zu identifizieren (das sind meist nicht die mit den Projektideen oder Fachkompetenzen sondern die unkreativen Alphatiere mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund) und diesen dann vor dem eigentlichen Pitch zusätzlich einer strengen Videoschulung mit Projektfremden zu unterwerfen.

Läuft es dann schief mit dem Pitch, dann sitzt ihr in der Ecke unbeachtet von all denen, die über Geld und Einfluss verfügen. Trollt euch…

Gelingt der Pitch aber und man wird angesprochen von einem dieser – scheinbar unauffälligen – Männer oder Frauen von Geldadel – dann – ja dann – ist noch längst nix gewonnen.

Startup kurz vor dem Elevator Pitch mit einer Gruppe erlauchter Investoren...

Startup kurz vor dem Elevator Pitch mit einer Gruppe erlauchter Investoren…

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